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| Abschied von der Weltformel: Die Neuerfindung der Physik
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Zu wenig Inhalt
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Alle meine Rezensionen ansehen (REAL NAME) Rezension bezieht sich auf: Abschied von der Weltformel: Die Neuerfindung der Physik (Gebundene Ausgabe) Um kurz meinen Blickwinkel zu erläutern: Ich bin Student der Physik mit dem Schwerpunkt Theoretische Elementarteilchen Physik. Da ich kurz vor dem Abschluss meiner Diplomarbeit stehe und mir Gedanken über die möglichen Promotionsthemen mache, beschäftigte ich mich seit einiger Zeit mit Büchern, die die Stringtheorie kritisch beleuchten. Neben Peter Woits "Not even wrong" und Lee Smolins "The trouble with physics" las ich auch das Buch von Robert B. Laughlin. Obwohl dieses Buch in seiner Kritik viel weiter als die anderen beiden geht, da es das gesamte reduktionistische Programm der Physik in Frage stellt, war es gleichzeitig auch das schwächste. Die wesentlichen Gedanken von Laughlin sind nicht klar ausgearbeitet und verstecken sich in Unmengen von Anekdoten, auf deren überwiegende Mehrzahl der Autor getrost hätte verzichten können. Die Kernaussage des Buches wurde schon von mehreren Rezensenten vor mir betont und lautet: Der reduktionistische Ansatz in der Physik und anderen Naturwissenschaften ist ausgeschöpft und muss durch das emergenztheoretische Konzept ersetzt werden. Aus dem Buch von Laughlin wurde mir aber nicht ersichtlich, wie es genau funktionieren soll. Er spricht einige interessante Gedanken zur Struktur vom Vakuum, Renormierung und dem Messproblem der Quantenmechanik an, formuliert sie aber nur sehr vage. Ich hätte mir eine knappere dafür aber präzisere Darstellung gewünscht. Seine Erörterung der Entstehung der speziellen Relativitätstheorie ist dagegen einfach falsch, da Einstein sich nicht auf die Experimente von Michelson und Morley bezogen hat (und es unklar ist, ob er ihre Ergebnisse überhaupt zur Kenntnis nahm), sondern die Theorie aus dem "falschen" Verhalten der Maxwell-Gleichungen unter Galilei-Transformationen ableitete. Die Theorie ist also auch das Ergebnis rein theoretischer Überlegungen. Insgesamt liest sich das Buch so, als würde einem die Sicht auf die Welt aus der Sicht eines Festkörperphysikers geradezu aufgedrängt. Dies ist verständlich, da das Buch als Antwort auf Brian Greenes Werk "Das Elegante Universum" konzipiert ist, welches sehr enthusiastisch die Reduktion der Physik auf die Stringtheorie propagiert und die theoretischen Elementarteilchenphysiker, vor allem die Stringtheoretiker, als Helden darstellt. Egal ob man die Stringtheorie befürwortet oder nicht, ist man gezwungen zuzugeben, dass das Buch von Greene einfach viel besser geschrieben ist. Wer sich für die Kritik an der Sicht von Greene interessiert, sollte lieber Peter Woits "Not even wrong" lesen. Ich vergebe zwei Sterne für interessante Ideen.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 9. August 2008 | | | | | | | |
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