QED. Die seltsame Theorie des Lichts und der Materie
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Niemand wird es begreifen
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QED - Quantenelektrodynamik - ein Wort, das einigen einen Schauer des Grauens über den Rücken laufen, andere wiederum völlig kalt lässt, weil sie mit diesem Begriff absolut nichts anfangen können. Hinter den drei Buchstaben verbirgt sich die seltsame Theorie des Lichts und der Materie oder richtiger, die Wechselwirkung zwischen Licht und Elektronen.

Richard Feynman, der für seine Beiträge auf diesem Gebiet 1965 den Physiknobelpreis erhielt, hat den Versuch unternommen, sein Forschungsgebiet so zu erklären, dass es auch Nichtphysiker verstehen können. Das Buch ist eine Zusammenfassung von vier Vorlesungen, die der er an der UCLA (University of California, Los Angeles) hielt. Auf erfrischende und verständliche Art und Weise beschreibt er Kompliziertes und reichlich Schwieriges einem fachlich nicht vorgebildeten Publikum.

Nach einem kurzen geschichtlichen Abriss, wie es zur Quantenelektrodynamik kam, nimmt Feynman den gewillten Leser in diese wundersame physikalische Welt mit und bittet seine "Schauspieler" auf die Bühne. Elektronen und Photonen beginnen im "Quantenstil" zu tanzen und miteinander zu agieren. Er erklärt das Phänomen des "Welle-Teilchen-Dualismus" des Lichts, Interferenzen oder die partielle Reflexion von Photonen an Glasscheiben mittels vieler kleiner Pfeile - den so genannten Wahrscheinlichkeitsamplituden. Diese braucht man nur auf ein Blatt Papier zu malen, anschließend zu addieren und/oder multiplizieren und durch das Quadrat deren Resultierende kann man die Wahrscheinlichkeit des Eintritts eines bestimmten Ergebnisses berechnen. Dazu Feynman: "Ich erkläre Ihnen, was die Physiker machen, wenn sie das Verhalten der Natur vorhersagen. (...) Deshalb werden wir uns (...) nicht mit der Frage beschäftigen, warum sich die Natur so verhält, wie sie es tut. Es gibt keine brauchbaren Theorien, die das Warum erklären können."

Doch die ziemlich genaue Theorie der Vorhersage - eben die QED - weiß Feynman wunderbar und einleuchtend zu vermitteln, auch wenn der Preis für eine solch genaue Theorie die "Aushöhlung des gesunden Menschenversands" zur Folge hat, so der Autor. "Wir müssen uns wohl oder übel damit abfinden, dass sich die Natur in höchst bizarren Verhaltensweisen gefällt: dass sich Wahrscheinlichkeiten erhöhen und aufheben, dass Licht von allen Teilen eines Spiegels reflektiert wird, dass sich Licht nicht nur geradlinig ausbreitet, dass sich Photonen schneller oder langsamer bewegen als mit der herkömmlichen Lichtgeschwindigkeit, dass Elektronen in der Zeit zurücklaufen können, dass Photonen in ein Positron-Elektron-Paar zerfallen und so fort. Nur so können wir einen Blick hinter die Kulissen werfen und erahnen, was in den meisten Fällen wirklich vor sich geht." Richard Feynman jedenfalls, hat mit diesem kleinen Buch das Tor des Verständnisses ein ganzes Stück weit geöffnet.

Der Leser sollte sich jedoch von der Vorstellung befreien, nach der Lektüre aus der wundersamen Welt der Quanten wie Phönix aus der Asche aufzusteigen und mit einem "Heureka! Jetzt ist mir alles klar!" das Buch zuzuschlagen. Feynman warnt bereits im Vorwort vor zu viel Euphorie: "Der Stoff, den ich Ihnen vortragen will, wird den Physikstudenten erst im letzten oder vorletzten Jahr zugemutet - und Sie bilden sich ein, ich könnte ihn so darlegen, dass Sie ihn verstehen? Nein, Sie werden nichts begreifen, Warum aber unterziehe ich Sie dann der ganzen Mühsal? Warum sollen Sie dann die ganze Zeit hier sitzen und sich etwas anhören, was Sie nicht verstehen? Das eben ist meine Aufgabe, Sie zu überzeugen, nicht davonzulaufen, nur weil Sie es nicht begreifen. Sehen Sie, auch meine Physikstudenten verstehn es nicht. Und zwar, weil ich es nicht verstehe. Niemand begreift es."

Fazit:
Die Effekte, die wir im Großen sehen, und die sonderbaren Phänomene, die wir im Kleinen beobachten, gehen gleichermaßen auf die Wechselwirkung zwischen Elektronen und Photonen zurück. Sie können letztlich alle von der Theorie der Quantenelektrodynamik beschrieben werden. Richard Feynman gibt in diesem Buch eine verständliche und einleuchtende Einführung in diese physikalische Theorie.
Eine Rezension von Heike Geilen > Dresden
vom 24. Mai 2010
Kundenrezensionen:
35. ein wenig enttäuschend
34. Niemand wird es begreifen (die aktuell angezeigte Rezension)
33. Seltsame Materie und Licht
32. Lehrmittel
31. Lesenswerte Erläuterung
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