Johann Wolfgang Goethe: Die Leiden des jungen Werther. Lektüreschlüssel
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Immer und immer wieder!
• • • • •   (bewertet mit 5 von 5 Punkten)

Ich habe keine Ahnung, wie oft ich dieses Buch noch lesen muss, damit es mir nicht mehr gefällt! Immer und immer wieder wird man von dieser Kraft, dieser Leidenschaft mitgerissen. Der Werther ist voll von Naturschwärmereien, vom feinfühligen Bewusstsein der eigenen Individualität und natürlich von unerfüllter Liebe. Durch die von Goethe gewählte Form des Briefromans, scheint man Teilhaber an intimen Geständnissen, was das ganze Buch natürlich noch eindringlicher macht. Zu Beginn und gegen Ende schaltet sich ein fiktiver "Herausgeber" ein, der einen völlig anderen Sprachstil als Werther pflegt, auch das wieder ein Faktor für die vermeintliche Authentizität. Daher hat es zu seiner Zeit auch eingeschlagen wie eine Bombe. Heute sind wir schlauer, aber ergreifend ist der Werther immer noch.
Wenn dieser intelligente, empfindsame junge Mann, dem das Herz wichtiger ist als der Verstand, voller Enthusiasmus von der Natur erzählt, wenn man den Einklang zwischen ihm und der Natur quasi fühlt. Wenn er etwas später, der ausweglosen Liebe zu Lotte bereits verfallen, von Wolken und Flüssen schreibt, die er zerreißen und fassen möchte, dann erfährt man was Sturm und Drang bedeutet. Von Brief zu Brief erkennt man immer deutlicher sein angeknackstes Seelenleben, seine anfängliche Euphorie, das plötzliche Aufwallen der Liebe, seine Versuche eine platonische Freundschaft zu Lotte und ihrem Mann aufzubauen bis hin zur ersten Todessehnsucht. Auch wenn man heutzutage vielleicht nicht mehr tränenüberströmt über dem Buch sitzt, muss es einen doch ergreifen.
Sollte es jemand noch nicht gelesen haben, dann bitte sofort damit anfangen. Meisterhaft (was auch sonst?) hat Goethe in seinem Werther autobiographische Vorkommnisse (seine eigene Liebe zu der bereits verlobten Charlotte Buff, der Suizid aus unerfüllter Liebe seines Freundes Karl Wilhelm Jerusalem, welcher fast 1:1 übernommen wurde!) mit fiktiven Geschehnissen literarisch verarbeitet. Es ist nur zu verständlich für mich, dass damals ein wahres Werther-Fieber ausgebrochen ist. Darüber finden sich auch im Anhang dieser Ausgabe reichliche Informationen.
Sehr kurze Rezension, ich gebe es zu, aber was ich kann ich noch über "Die Leiden des jungen Werther" schreiben, was nicht schon 1000 Male vor mir geschrieben wurde? Hauptsache ist, dass dieses Buch nochmal 5 Sterne mehr bekommt.
Eine Rezension von deathdealer92618 > Bochum
vom 21. Februar 2010
Kundenrezensionen:
23. Wer Sturm und Drang mag, wird "Die Leiden des jungen Werther" lieben
22. Ausgezeichnet.
21. Immer und immer wieder! (die aktuell angezeigte Rezension)
20. Hörenswert
19. "Lotte! Lotte! - Und mit mir ist's aus!
18. Beste Lesung!
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